Alles zur privaten Altersvorsorge

Die gesetzliche Rentenversicherung bietet Ihnen in Zukunft nur noch eine Grundabsicherung. (Hier finden Sie Informationen zur gesetzlichen Rentenversicherung) Private Vorsorge für das spätere Rentenalter ist existenziell, wenn Sie Ihren Lebensstandard einigermaßen halten wollen und sich auch im Rentenalter noch etwas leisten und nicht in Altersarmut fallen möchten. Die konkreten Produkte zur privaten Altersvorsorge ergeben sich aus einer der 3-Schichten (Rürup, Riester, Privat), in Kombination mit einer Geldanlage (klassisch, indexgebunden, dynamisches Hybrid, fondsgebunden).

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Wie finde ich die richtige Altersvorsorge?

In diesen 4 Schritten erreichen Sie ihr Ziel, eine passende Altersvorsorge zu finden. Sobald Sie einmal mit dem passenden Produkt gestartet sind ist Schritt 3 besonders wichtig: Dranbleiben!

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Die passende Schicht

Passt fĂĽr Sie am besten die RĂĽrup-, Riester-, Betriebs-, oder Privat-Rente? Oder eine Kombination aus den verschiedenen Schichten?
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Die richtige Geldanlage

Welche Geldanlage passt am besten zu Ihnen? Wie hoch sollte die Garantie sein? Welche Renditechancen erwarten Sie?
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Dranbleiben!

Haben Sie die richtige Altersvorsorge gefunden, heiĂźt es Durchhalten & Dranbleiben bis zum Rentenbeginn!
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Ziel: Rentner!

Die zusätzliche Altersvorsorge soll ihren Lebensstandard sichern. Je mehr und länger Sie sparen, desto mehr bleibt dann im Rentenalter auch noch für die schönen Dinge des Lebens übrig.

Die 3-Schichten der Altersvorsorge

Seit 2005 gilt das AlterseinkĂĽnftegesetz und teilt die Altersvorsorge in 3-Schichten:
Die RĂĽrup-Rente, die Riester-Rente, die betriebliche Altersvorsorge & Privat-Rente


Vorteile der Förderung
RĂĽrup & Riester

Die Förderung bei Rürup & Riester bewirkt, dass Sie als Kunde dadurch viel mehr Kapital für die Rente erwirtschaften können, als mit ungeförderten Produkten. Wenn Sie z.B. 300€ Beitrag in die Rentenversicherung einzahlen, bei einem Grenzsteuersatz von 40%, dann beträgt der tatsächlich Aufwand nur 180€. Die restlichen 120€ erhalten Sie man durch die Förderung. Die Grenzsteuersätze ganz normaler Angestellter liegen häufig schon bei 30%-40%, maximal bei 48%. Andersherum gerechnet zahlt der Staat auf ihre eigenen 180€ noch einmal 66% davon zusätzlich ein, um auf 300€ aufzustocken. Erst bei Auszahlung im Rentenalter werden Steuern auf die Rürup- & Riester-Rente fällig. Die Steuerlast wird dann höher sein als bei einer Privat-Rente. Allerdings ist durch die Förderung das Rentenkapital brutto auch viel höher als bei einer Privat-Rente mit gleichem Aufwand. Denn bei der Privat-Rente erhält man keine Förderung, so dass hier lediglich 180€ eingezahlt werden konnten und nicht 300€. Der größte Faktor ist allerdings meistens der deutlich geringere Grenzsteuersatz im Rentenalter, so dass Sie heute in der Ansparphase deutlich mehr Förderungen aus Steuerrückerstattungen (oder Zulagen) erhalten, als Sie später Steuern auf die Rente in der Auszahlphase bezahlen müssen. So erzielen Sie häufig eine sehr gute Hebelwirkung mit hoher Steuerentlastung heute und nur kleiner bis mittlerer Steuerbelastung im Rentenalter, so dass insgesamt eine höhere Nettorente (nach Steuern) verbleibt gegenüber einer vergleichbaren Privat-Rente.

Nachteile der Förderung
betriebliche Altersvorsorge:

Die betriebliche Altersvorsorge ist eine der komplexesten Formen der Altersvorsorge - und häufig lohnt sie sich nicht. Sollte der Arbeitgeber einen hohen Beitrag für den Arbeitnehmer in eine Betriebsrente einzahlen und der Arbeitnehmer gar nichts oder nur einen kleinen Teil dazu beisteuern, dann lohnt sich eine Betriebsrente fast immer. Wenn der Arbeitgeber allerdings gar nichts oder nur 10-30% dazugibt, dann gibt es tatsächlich viele Gründe gegen eine Betriebsrente - dann wählen Sie besser eine andere Form (Rürup, Riester, Privat). Die Betriebsrente wird häufig in Form der Direktversicherung über eine Entgeltumwandlung gestaltet, das bedeutet, dass die Beiträge direkt vom Brutto des Arbeitnehmers eingezahlt werden. Hat der Arbeitnehmer z.B. 3.000€ Bruttoeinkommen und zahlt 200€ in eine Betriebsrente ein, so hat er jetzt nur noch ein Bruttoeinkommen von 2.800€ und zahlt dementsprechend auch nur Steuern & Sozialversicherungsbeiträge auf 2.800€. Dadurch hat der Arbeitnehmer nur etwa 100€ weniger Netto, wofür 200€ Gesamtbeitrag gespart werden können. Für die Geldanlage stehen alle Möglichkeiten offen (klassisch, indexgebunden, dyn. Hybrid, fondsgebunden). Häufig wünscht der Arbeitgeber aber eine 100% Beitragsgarantie aus Gründen der Haftung gegenüber dem Arbeitnehmer, da der Arbeitgeber bei Verlusten bei vielen Betriebsrenten in der Nachschusspflicht wäre. Das spätere Vertragskapital wird ab dem Rentenbeginn lebenslang ausgezahlt, alternativ kann es eine einmalige komplette Kapitalauszahlung geben. Das Vertragskapital oder die spätere Rente kann an Ehepartner oder kindergeldberechtigte Kinder vererbt werden, für alle nicht berechtigten Hinterbliebenen gibt es bloß ein Sterbegeld von max. 8.000€. Einer der größten Nachteile der betrieblichen Altersvorsorge ist die Gebundenheit an das Unternehmen, denn bei einem Arbeitgeberwechsel kann der neue Arbeitgeber die Mitnahme der bestehenden Betriebsrente verweigern, da viele Arbeitgeber bereits feste Versicherungspartner für die betriebliche Altersvorsorge haben. Das führt dazu, dass der abgeschlossene Vertrag nicht mehr weiter bedient werden kann. Zudem haben viele Arbeitgeber immer noch Rahmenverträge mit klassischen Rentenversicherungen mit geringen 0,9% Garantiezins & Überschussbeteiligung - die Renditeaussichten dieser Produkte sind eher mau. Die steuerliche Förderung funktioniert nahezu genauso wie bei der Rürup- & Riester-Rente, heute spart man mehr Steuern als man später als Rentner bezahlen muss, der Hebeleffekt wirkt auch hier. Viel schlechter ist die betriebliche Altersvorsorge allerdings bei der Förderung durch die Sozialversicherungsbeiträge aufgestellt. In der Ansparphase fehlen die Arbeitnehmer- & Arbeitgeberbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, zur Krankenversicherung & zur Arbeitslosenversicherung. Dadurch erhält man automatisch weniger gesetzliche Rente, weniger Krankengeld bei längerer Krankheit & weniger ALG I bei Arbeitslosigkeit. Zudem sinkt auch der Elterngeldanspruch automatisch. In der Rentenphase müssten Sie dann die Kranken- & Pflegeversicherungsbeiträge komplett selbst tragen, Stand heute etwa 18%, in Zukunft vermutet man 25% bis 30% Beitragssätze für Kranken- & Pflegeversicherung, ohne Arbeitgeberanteil oder andere Zuschüsse. Sie müssten also eine Betriebsrente voll versteuern mit 25% bis 30% Steuern und zusätzlich noch 25% bis 30% Sozialversicherungsbeiträge bezahlen, dann bleiben von 100% Bruttorente nur noch 40-50% übrig. Noch schlimmer trifft es Besserverdiener mit über 55.000€ Bruttogehalt, da diese über der Beitragsbemessungsgrenze für die Kranken- & Pflegeversicherung liegen, erhalten sie keine Beitragsentlastung, sondern zahlen weiterhin den Höchstbeitrag und müssen zusätzlich auch in der Rentenphase die Beiträge bezahlen, obwohl sie niemals eine Förderung dafür bekommen haben.

Die Geldanlagemodelle zu den 3-Schichten der Altersvorsorge

klassische Rentenversicherung

Verzinsung von Lebensversicherungen und Umlaufrendite

sinkender Garantiezins in Zeiten niedriger Zinsen

Bei der klassischen Rentenversicherung werden die Beiträge zu ca. 90% in Anleihen angelegt, z.B. Staatsanleihen oder Pfandbriefe. Die Verzinsung auf diese Anleihen ist in den letzten 20 Jahren stark gesunken. Aktuell gibt es nur noch einen Garantiezins von 0,9%. Früher lag der Garantiezins schon einmal bei 4%, so dass damals viele Menschen eine Kapitallebensversicherung abgeschlossen haben. Bis heute ist der Garantiezins aber aufgrund der Niedrigzinsphase schrittweise auf 0,9% angepasst worden. Zusätzlich zum Garantiezins gibt es eine Überschussbeteiligung, weil die Versicherer aktuell mehr als 0,9% erwirtschaften und deshalb Gewinnanteile an die Kunden weitergeben. Die Gesamtverzinsung inkl. Garantiezins liegt im Marktdurchschnitt 2018 bei ca. 2,4% p.a. Allerdings ist auch die Gesamtverzinsung inkl. Überschussbeteiligung in den letzten 20 Jahren stark gesunken.

Gesamtverzinsung inkl. Ăśberschussbeteiligung von 2000 bis 2017Beispielvertrag mit sinkenden Leistungen/ĂśberschĂĽssen

Das Kapital kann nur steigen und nicht Fallen

indexgebundener Tarif mit jährlicher Gewinnsicherung

Bei den indexgebundenen Rentenversicherungen ist von Beginn an ein Großteil der eingezahlten Beiträge zum Ablauf garantiert. Sie haben jedes Jahr die Wahl zwischen einer sicheren Verzinsung und der Indexpartizipation - diese Wahl können Sie jedes Jahr flexibel neu treffen. Wenn der Index einmal ein negatives Jahr hat, bleiben Sie beim Wert des Vorjahres stehen. Im nächsten Jahr können Sie dann die Gewinne wieder mitnehmen und davon profitieren. Die erzielten Gewinne erhöhen zusätzlich automatisch jedes Jahr ihre Garantie durch den Lock-In. Dieses Produkt stellt sicher, dass auf ihr angelegtes Kapital keine Verluste entstehen und Sie jedes Jahr von neuem Gewinne einfahren können, die dann durch die Garantieerhöhung abgesichert werden.

Beispiel Nürnberger DAX-Rente: Verzinsung 7,2% p.a. von 2003 bis 2017Beispiel Allianz Index Select mit Einmalbeitrag, in meinem Blog erklärt

dynamisches Hybrid

(fondsgebundene Rentenversicherung mit Garantie)

Fische springen zwischen Wassertöpfen hin und her

automatische Umschichtung im dynamischen Hybrid

Bei den dynamischen Hybriden wird ihr Vertragskapital auf 2 bis 3 Töpfe aufgeteilt (klassische Anlage mit 0,9% Garantie, [Wertsicherung] & freie Fondsauswahl) und dynamisch umgeschichtet, das bedeutet, dass die Aufteilung immer automatisch an die aktuelle Marktlage angepasst wird. Häufig werden die dynamischen Hybride auch unter der Bezeichnung "fondsgebundene Rentenversicherung mit Garantie" angeboten. Durch die Umschichtung wird ein optimaler Mix aus Sicherheit und Rendite erreicht. Dabei kann man zu Beginn eine Beitragsgarantie festlegen, viele Anbieter haben z.B. Garantiestufen von 50% bis 100%. Zusätzlich bieten einige Anbieter steigende Garantien während der Laufzeit, so dass in besonders guten Jahren die Garantie erhöht werden kann.

Beispiel steigende GarantieBeispiel Aufteilung der Beiträge

fondsgebundene Rentenversicherung

Die Renditen im DAX ĂĽber 50 Jahre

DAX-Renditen ĂĽber 50 Jahre

Bei einer fondsgebundenen Rentenversicherung gibt es keine Garantie. Sie können Ihre Beiträge in freien Fonds anlegen und dadurch sehr hohe Renditen erzielen, dafür sind die jährlichen Schwankungen mitunter sehr hoch und zwischenzeitlich kann ihr Vertragswert auch stark sinken. Langfristig haben fondsgebundene Rentenversicherung in der Vergangenheit immer sehr gute Renditen erzielt, weil die Aktienmärkte bei Laufzeiten von über 15 Jahren in den vergangenen Jahrzehnten keine Verluste erzielt haben und immer hohe & stabile Gewinne geliefert haben. Eine fondsgebundene Rentenversicherung hat langfristig übrigens große Vorteile gegenüber einem klassischen Fondssparplan, wie Sie im Blog (Fondspolice vs. Fondssparplan) nachlesen können.

Hohe Kursverluste bei Deutschen Aktien in kurzen ZeiträumenBroschüre MSCI World Index: Rendite über 10 Jahre 7,46% p.a., über 30 Jahre 8,02% p.a.

Welchen Beitrag sollten Sie einzahlen? Wie erzielen Sie eine möglichst hohe Rente?

Wichtig sind vor allem der Zins und die Laufzeit und damit der Zinseszinseffekt .

Je früher Sie mit dem Sparen beginnen, desto länger kann der Zinseszinseffekt wirken und desto mehr Kapital für die Rente entsteht. Bei langen Laufzeiten ist die Höhe des Zinses absolut entscheidend für eine gute oder eine schlechte Altersvorsorge, wenn Sie z.B. nur 1-3% Rendite p.a. erzielen, so müssten Sie viel mehr Kapital für ihre Beiträge aufwenden, als wenn Sie 5-7% Rendite p.a. erzielen, um auf das gleiche Ergebnis zu kommen.

Beispiel: Welcher monatliche Beitrag wird über 35 Jahre benötigt, um später 1.000€ Rente zu erzielen?


Berechnungen mit dem Tarif NĂĽrnberger Versicherung InvestGarant NFR2970S, 50% Beitragsgarantie, Fonds: iShares Core MSCI World ETF & DWS Garant 80 FPI

bei 1% Zins

562€

monatlicher Beitrag


für 1.000€ Rente

bei 3% Zins

390€

monatlicher Beitrag


für 1.000€ Rente

bei 5% Zins

263€

monatlicher Beitrag


für 1.000€ Rente

bei 7% Zins

173€

monatlicher Beitrag


für 1.000€ Rente

Beispiel: Wieviel Rente wird bei 200€ monatlichem Beitrag erreicht?

bei angenommenen 5% Rendite p.a.

bei 15 Jahren Laufzeit

203€

Rente


und 48.214€ Kapital

bei 25 Jahren Laufzeit

427€

Rente


und 105.261€ Kapital

bei 35 Jahren Laufzeit

769€

Rente


und 195.876€ Kapital

bei 45 Jahren Laufzeit

1.309€

Rente


und 343.867€ Kapital

Ăśber die GebĂĽhren & Kosten von Rentenversicherungen

Für die private Altersvorsorge fallen Kosten & Gebühren an. Die Versicherungsgesellschaft muss z.B. die eigenen Mitarbeiter, Büromieten, die Infrastruktur, die IT usw. bezahlen, genauso müssen wir als Makler einen Teil als Provision für unsere Beratung und die Vermittlung bekommen. Keine Geldanlage arbeitet kostenfrei. Als Makler können wir für Sie vergleichen und ihnen günstige Anbieter empfehlen. Da die Provision für die Vermittlung hauptsächlich aus den gesetzlich gedeckelten Abschlusskosten bezahlt wird, macht es für uns als Makler auch keinen großen Unterschied, welchen Tarif von welchem Anbieter wir ihnen vermitteln.

Welche GebĂĽhren & Kosten gibt es?

Als Abschlusskosten sind 2,5% der Beitragssumme vorgesehen, dies wurde 2015 gesetzlich geändert. Vorher lagen die Abschlusskosten bei 4,0%. Die Abschlusskosten werden i.d.R. auf die ersten 5 Jahre verteilt abgezogen.
Hier werden vom gezahlten Monatsbeitrag z.B. 5% bei gĂĽnstigen Tarifen einmalig abgezogen. Durch den Zinseszinseffekt hat man diese GebĂĽhr allerdings bereits nach kurzer Zeit wieder aufgeholt. Es gibt aber auch teure Anbieter mit bis zu 20% oder mehr Verwaltungskosten pro Beitrag. In der Regel findet man aber sehr gute Tarife mit 5-10% einmaligen Verwaltungskosten.
Hier wird vom Vertragskapital ein Teil für die Verwaltung einbehalten. Dieser Wert liegt je nach Anbieter bei 0,1% oder 0,2% vom Kapital, kann aber auch auf bis zu 0,8% oder 1,0% hochgehen. Bei hohem Vertragskapital zum Ende der Vertragslaufzeit können einige Tarife so sehr teuer werden.
Stückkosten haben nur wenige Anbieter, hier wird zusätzlich, egal wie hoch der Beitrag ist, ein fixer Kostensatz je Vertrag fällig, z.B. 20€ pro Jahr pauschal.


Welche Rollen spielen die GebĂĽhren wirklich und wie groĂź sind die Auswirkungen?

Kostenvergleich mit unterschiedlichen Renditen

Jeweils 200€ Beitrag sollten fließen für eine Laufzeit von 35 Jahren.

Produkt A ist sehr teuer und zieht von jedem Beitrag 25% Kosten ab,
Produkt B ist mittelpreisig und zieht von jedem Beitrag 10% Kosten ab,
Produkt C ist kostenlos.

Produkt A erzielt eine Rendite von 6% pro Jahr,
Produkt B erzielt eine Rendite von 4% pro Jahr,
Produkt C erzielt eine Rendite von nur 2% pro Jahr.

Das Ergebnis:
Produkt A erzielt trotz der viel höheren Kosten ein fast doppelt so hohes Kapital wie Produkt C, obwohl Produkt C gar keine Kosten beinhaltet.
Die Trick dabei ist die Ausnutzung des Zinseszinseffekts. Obwohl in Produkt A von 200€ Beitrag nur 150€ tatsächlich gespart werden, entwickeln sich diese 160€ dank der 6% Verzinsung pro Jahr überproportional stärker als die 200€ von Produkt C, die nur mit 2% pro Jahr verzinst werden. Bereits nach gut 10 Jahren hätte Produkt A somit mehr Kapital erreicht als Produkt C und je länger die Laufzeit, desto stärker der Vorteil für Produkt A.

Der Zinseszins wirkt sich gerade bei der langfristig angelegten Altersvorsorge sehr stark aus, die Kosten werden daher in vielen Fällen überbewertet. Natürlich gibt es auch günstige & gute Tarife, aber die Kosten sind ein viel geringerer Faktor, als man häufig denkt. Tatsächlich ist die Rendite durch den Zinseszinseffekt der größte Faktor für die Altersvorsorge.


Hochrechnungen bei Rentenversicherungen

Die Hochrechnungen in Angeboten zu Rentenversicherungen sind häufig mit Renditen von 3%, 6%, 9% ausgewiesen. Mittlerweile zeigen viele Anbieter auch andere Werte auf wie 2%, 4%, 6%, 8% usw. Anhand dieser Hochrechnungen sollen Sie als Kunde wissen, mit welcher Rentenhöhe Sie in etwa planen können. Tatsächlich sind die Kosten und Gebühren in den Hochrechnungen enthalten, das ist bei den meisten Anbietern transparent gelöst. Auf der anderen Seite sind auch Überschüsse enthalten, wenn die Versicherungsgesellschaft z.B. besonders gut wirtschaftet, dann müssen die Versicherungsnehmer einen Anteil an den Gewinnen erhalten. Das passiert übrigens regelmäßig.

Schwieriger wird es mit den Berechnungen bei Überschüssen aus Fondsanteilen, diese werden Rückvergütungen oder "Kick-Backs" genannt. Wenn ein gemanagter Fonds z.B. eine Verwaltungsgebühr von 2% hat, aber tatsächlich nur 1% verbraucht, dann rechnen viele Anbieter diese 1% auf die Rendite oben drauf. So kann es sein, dass eine Hochrechnung auf 6% berechnet wird und die andere Hochrechnung auf 7% (6+1) berechnet wird, dabei steht in beiden Tarifen der Wert der Hochrechnung nur mit "6%" drin, da die Überschüsse dort nicht erfasst bzw. angezeigt werden. Dies kann teilweise eine große Intransparenz bei den Hochrechnungen mit sich bringen.

Hier habe ich eine Beispielberechnung mit 200€ Monatsbeitrag über 35 Jahre Laufzeit von einem Versicherer einmal mit einem Indexfonds (ETF) mit sehr geringen Fondskosten und ohne Rückvergütung und einmal einem aktiv gemanagten Fonds mit hohen Fondskosten und hoher Rückvergütung von 1,2%.

Vermutlich würde man denken, dass beim günstigen Tarif mit Indexfonds (ETF) mehr Kapital entsteht, weil die Gebühren geringer sind, das dürfte auch in der Praxis der Fall sein. In der Tarifberechnung allerdings ist der Ablaufwert beim teureren Fonds um 16% höher, da hier die Rückvergütungen von 1,2% einfach auf die Rendite oben draufgerechnet werden. Um den tatsächlichen Ablaufwert eines Tarifs zu erkennen, sollte man die Werte möglichst mit einem Indexfonds (ETF) ohne Rückvergütungen betrachten.

 
Hochrechnung einer Rentenversicherung mit einem aktiv gemanagten Fonds

Fondskosten gesamt 1,79%
effektive Fondskosten 0,59%
Ăśberschussbeteiligung 1,2%


Das Endkapital ist um 16% höher als beim Tarif mit Indexfonds(ETF), da hier Rückvergütungen aus den hohen Fondskosten auf die Renditeangabe oben draufgelegt worden sind. Dies entspricht keinem tatsächlichen Wertgewinn.

Ablaufleistung mit einem Indexfonds

Fondskosten gesamt 0,2%
effektive Fondskosten 0,2%
Ăśberschussbeteiligung 0%

Das Endkapital ist mit dem Indexfonds(ETF) um 16% geringer als beim Fonds mit Rückvergütungen. Dafür ist dieses Angebot sehr transparent und der Kunde weiß, was er tatsächlich bekommt.

 

Die garantierte lebenslange Rente ist ein groĂźer Vorteil bei privaten Rentenversicherungen

Die Lebenserwartung ist in den vergangenen Jahrzehnten stark gestiegen. Dank der gesünderen Lebensweise und vor allem besserer medizinischer Versorgung können heute viele Menschen sehr alt werden. Einzig Rentenversicherungen über das Kollektiv der Versicherten können hier eine lebenslange Rentenzahlung garantieren. Das ist einer der Hauptvorteile von Rentenversicherungen: Der Topf ist niemals leer, egal wie alt man wird. Die Rente wird lebenslang gezahlt. Die Lebenserwartung wir nach sog.Sterbetafeln berechnet, so verwenden die Anbieter von Rentenversicherungen z.B. andere Sterbetafeln als die gesetzliche Rentenversicherung. Das hat den Hintergrund, dass Menschen mit geringerer Lebenserwartung, weil Sie vielleicht schon Vorerkrankungen haben, gar nicht erst eine private Rentenversicherung abschließen würden, da sie leider davon ausgehen müssen, keine "normale" Lebenserwartung zu haben. Deshalb müssen die Anbieter von Rentenversicherungen schon vorab damit rechnen, dass sie eher Kunden mit höherer Lebenserwartung haben und die Rentenzusagen grundsätzlich vorsichtig kalkulieren. Sollte es am Ende dennoch dazu kommen, dass die Versicherer zu vorsichtig kalkuliert haben und mehr Kunden vor der errechneten Lebenserwartung versterben würden, dann fallen sog. Risikogewinne an. Von diesen Risikogewinnen müssen die Versicherer allerdings mindestens 90% an die Kunden in Form von Überschüssen wieder auszahlen. Die vorsichtige Kalkulation hat also nicht speziell damit zu tun, dass die Versicherer Geld verdienen müssen, sondern dient tatsächlich zum Großteil der langfristigen Stabilität und Finanzierbarkeit der Renten aller Kunden.

Die Lebenserwartung wird auch in Zukunft weiter steigen, davon gehen alle Wissenschaftler aus. Aus einer Studie des Bundesministeriums für Wirtschaft haben wir ausgerechnet und abgeleitet, wie der Rentenbeginn tatsächlich für die meisten Angestellten aussehen wird:
đź–© Berechnungen zur steigenden Lebenserwartung
Die Lebenserwartung wird 7-8 Jahre kürzer geschätzt, als sie tatsächlich ausfällt zeigen Umfragen des GDV

Viele Menschen unterschätzen die eigene Lebenserwartung deutlich, im Schnitt um 7 Jahre. Umso wichtiger, dass man im Alter durch eine lebenslange Rente Sicherheit hat.

Eine Statistik wie viele Personen mindestens 85 Jahre alt geworden sind und wie die Versicherer sich verkalkuliert haben

Die Anbieter von Rentenversicherungen müssen für das Kundenkollektiv die Lebenserwartung berechnen und müssen natürlich auch die Nachhaltigkeit im Auge haben. In diesem Beispiel sieht man, dass selbst die konservativen Anbieter in der Vergangenheit schon die steigende Lebenserwartung unterschätzt haben.


Lebenserwartungsrechner:
Wie alt werden Sie?


FAQ - häufige Fragen zur Altersvorsorge

1Was ist eine Rentengarantiezeit?
Die Rentengarantiezeit (RGZ) ist eine Todesfallleistung. Die RGZ hat nichts mit der Laufzeit der eigenen Rente zu tun, denn diese wird immer ausgezahlt solange man lebt. Die RGZ beschreibt den Zeitraum, in dem ab Rentenbeginn eine Vererbung an Hinterbliebene stattfinden kann. Ein Beispiel: Die Rente beginnt mit 67 und es wird eine RGZ von 20 Jahren vereinbart, Sie versterben allerdings nach 13 Jahren Rentenbezug mit 80 Jahren. Dann wĂĽrde die Todesfallleistung genau die restlichen 7 Jahre der RGZ betragen.

Alternativ bieten viele Anbieter auch die Kapitalrückgewähr. In der Ansparphase ist das sogar der Normalfall. Bei der Kapitalrückgewähr wird im Todesfall das restliche Vertragskapital, an die Hinterbliebenen ausgezahlt.

Mehr zu den Rentengarantiezeiten einzelner Anbieter finden Sie in meinem Blog: hauke-simonsen.de/rentengarantiezeit/

2Wie funktioniert eine Dynamik?
Bei der Dynamik (auch Aktivdynamik genannt) wird ein Prozentsatz festgelegt, um den sich der Beitrag zur Rentenversicherung jährlich erhöht. Dies dient u.a. als Schutz vor der Geldentwertung (Inflation), zusätzlich sichert man schon heute künftige Gehaltssteigerungen mit ab, indem man automatisch mehr für die Rente spart. Sollten Sie die jährlichen Anpassungen durch die Aktivdynamik einmal nicht wünschen, so können Sie jederzeit widersprechen. Die Dynamik ist eine kostenfreie Option zu Vertragsbeginn, der Sie jederzeit widersprechen können, die dafür allerdings viele Vorteile bietet. Wir empfehlen allen Kunden immer eine Dynamik mit zu vereinbaren - eine Dynamik von 3% halten wir für empfehlenswert, da dieser Wert etwas oberhalb der langjährigen Inflationsrate liegt. So steigt auch jedes Jahr Stück für die Stück die Höhe der späteren Rente, da automatisch mehr eingezahlt wird. Sollte der Beitrag doch einmal zu stark steigen, haben Sie jederzeit die Widerrufsoption bei den Dynamikerhöhungen.
3Steigt die Rente im Rentenalter?
Die Rente im Rentenalter kann durch Überschüsse erhöht werden, diese entstehen dadurch, dass das Vertragskapital auch im Rentenalter weiterhin Gewinne und Zinsen erzielt, diese können dann die Rente erhöhen. Die verschiedenen Möglichkeiten habe ich in meinem Blog näher beschrieben: www.hauke-simonsen.de/inflationsausgleich-bei-rentenversicherungen
4Sind die Beiträge flexibel? Beitragspause?
Bei fast allen Anbietern können Sie die Beiträge flexibel gestalten und bei finanziellen Engpässen die Beiträge herabsetzen.

Auch Beitragspausen sind bei vielen Anbietern möglich, d.h. Sie können für eine Zeit lang keine Beiträge einzahlen, trotzdem können Sie den Vertrag aufrecht halten und später wieder aufleben lassen.

Beitragserhöhungen können Sie in der Praxis meistens durchführen, allerdings gibt es in den Bedingungen meistens kein Anrecht darauf, d.h. der Anbieter könnte auch einem Erhöhungswunsch von ihrer Seite widersprechen. Beispiel: Vor 20 Jahren gab es Tarife mit 4% Garantiezins, solch einen Vertrag würde heutzutage kein Anbieter mehr zum Garantiezins von 4% erhöhen. Daher gibt es kein Anrecht in den Vertragsbedingungen auf solche Erhöhungen.

Eine Alternative zur Beitragserhöhung sind Zuzahlungen, diese sind bei den meisten Anbieter mit relativ hohen Summen von bis zu 20.000€ oder 50.000€ in den Vertragsbedingungen festgeschrieben. Die Mindestsummen für einmalige Zuzahlungen betragen meist um die 500€ bis 1.000€.

5Wie kann man kĂĽndigen?
Rentenversicherungen können normalerweise zum nächsten Ende des nächsten Monats gekündigt werden. Bei einer Privat-Rente wird der Rückkaufswert an den Kunden ausgezahlt. In einer finanziellen Notsituation können Sie bei vielen Anbietern auch eine Teilentnahme tätigen, das kann sinnvoll sein, um den Vertrag zu erhalten und nicht ganz aufgeben zu müssen.

Bei einer Riester-Rente müssten Sie bei einer Kündigung die bisher erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen, häufig ist eine Beitragsfreistellung oder auch ein Anbieterwechsel (mehr dazu im Blog) mit Kapitalmitnahme besser, um die Zulagen und Steuervorteile nicht zu verlieren.

Eine Betriebsrente und eine Rürup-Rente können i.d.R. nicht gekündigt werden, hier erfolgt eine Beitragsfreistellung und dann die spätere Auszahlung zum Rentenalter.

6Wie flexibel ist das Renteneintrittsalter?
Aktuell liegt der gesetzliche Rentenbeginn bei 67 Jahren. Das wird sich in Zukunft vermutlich ändern: mehr dazu in meinem Blog. Daher bieten auch fast alle Anbieter mittlerweile flexible Rentenbeginne an, der frühestmögliche Rentenbeginn liegt meist bei 62 Jahren und ein Aufschub des Rentenbeginns ist häufig bis 70 oder 75 möglich. Bei früherem Rentenbeginn sinkt natürlich die Höhe der Rente, da weniger Beiträge eingezahlt worden sind, der Zinseszinseffekt weniger Zeit und Effekt auf das Vertragskapital hatte und die restliche Lebenserwartung noch länger ist. Aus diesen Gründen steigt natürlich auch die Rente, wenn Sie erst später in Rente gehen, da das Kapital mehr Zeit zum "Arbeiten" hat und die restliche Lebenserwartung geringer wird, je später Sie mit der Rente beginnen.